Muster, Muster, Muster

Bevor es hier mit Gedicht-Stempelmuster-Kombinationen los geht, erst einmal einen Einblick, was für Muster ich so gestalte. Tatsächlich habe ich bereits sehr viele Stempel geschnitzt und unzählige Karteikarten damit bedruckt, um Muster zu finden. Nun habe ich einen Rückblick auf das Jahr 2025 zusammengestellt und zeige hier für jeden Monat ein ausgewähltes Muster.

Landschaften in Worten und Mustern

Hier auf dem Blog war es lange Zeit sehr ruhig. Viel zu ruhig. Ein Grund dafür ist, dass das Gedichte schreiben für mich weit in den Hintergrund gerückt ist. Ich hatte das Gefühl, ich habe nichts, worüber ich schreiben kann. Dafür habe ich Anfang 2024 das Stempelschnitzen und Musterdrucken für mich entdeckt und es hat mich total fasziniert. Statt mit Worten lassen sich auch mit Stempeln Bilder und Stimmungen erzeugen. Dabei arbeiten mehr die Hände als der Kopf, der offensichtlich eine Pause brauchte.

In den letzten Monaten habe ich aber zur Poesie zurückgefunden. Nun möchte ich herausfinden, wie sich meine Gedichte und meine Muster ergänzen können. Das Jahr 2026 möchte ich deshalb nutzen, um beim Jahr der Landschaften mitzumachen. Frau Nahtlust hat das initiiert und für jede Woche des Jahres einen Landschaftsimpuls vorgeschlagen, den ich nutzen möchte, um dazu ein Gedicht zu schreiben und ein Muster zu entwerfen. Diese Gedicht-Muster-Landschafts-Kombinationen möchte ich hier auf dem Blog zeigen. Mit anderen Worten heißt das, ihr könnt mit einem Beitrag pro Woche hier rechnen – falls die ausbleiben, dürft ihr mich auch gerne daran erinnern.

Tractatus aestivalis

In der aktuellen Sommerhitze und da @das_lyrische_foyer auf Instagram gerade Gedichte zum Thema Von Gott und der Welt sammelt, ist mir dieses Gedicht eingefallen. Hier stammen nur Auswahl, Reihenfolge und Form von mir, das Wort- und Zahlenmaterial sowie die Kursivierungen sind von Ludwig Wittgenstein (Tractatus logico-philosophicus). Ich finde, Philosophie kann auch poetisch sein.

Tractatus aestivalis

1	das Feste zerfällt
1.1	~~Tag = Ort (2+2)

2.01		unser Gefühl hinkt. Ver
kettung. kein Netz

4.1273	der Gang des Chronometers
es regnet (nicht) morgen die
Sonne ein Wetter und Lilien
fühlbar und gewiß. beiläufig

im logischen Raum aussprechen
das So-Sein das Wollen des
Unglücklichen unter dem
Strich Mannigfaltigkeit ver
schwommen

5.253 		das Auge des ~ bekleideten
Körpers zwei Jünglinge in
der linken Hand das Ich
berühren im Spiegelbild
zwei Pferde neben Tischen
Büchern Stühlen Irrtümern
scharf bejaht und verneint
ein Mensch (von vornherein)

6.36311	schweigen. rot grün die
blaue Farbe schwarze
weiße etc. Ahnung
nicht
nicht

7	Zeit-Fleck auf Papier
scheinbare Welt.